Back to Kathmandu (5.11.2015)

Seit 2 Tagen sind wir nun zurück in der nepalesischen Hauptstadt. Es fühlt sich an, wie nach Hause kommen. Schön zu sehen, dass das wilde Treiben, der Handel und der Tourismus wieder begonnen hat. Doch der Schein trügt. Nepal steckt mitten in der nächsten Krise. Nachdem Nepal eine neue Verfassung ausgesprochen hat, die kommunistisch geprägt ist, setzt Indien das Land unter Druck, indem sie die Grenze blockieren und kein Benzin und Gas mehr ins Land herein lassen. Nepal ist von diesen Lieferungen abhängig. Seit mehr als 6 Wochen lässt die indische Regierung Nepal nun am langen Arm verdursten. Die hinduistische Regierungspartei will Nepal zwingen ihre Verfassung zu ändern, weil sie ihre Machtposition in der nepalesischen Regierung erhalten wollen. Das muss man sich mal vorstellen, ein anderes Land zwingt den Nachbarn den eigenen Willen auf, nur um eigene Interessen und Macht durchzusetzen. Das wäre ja als ob Amerika zum Beispiel Deutschland vorschreiben würde, welche Entscheidungen wir treffen sollen… Moment… ( émoticône wink Ironiezwinker)

Jedenfalls ist nichts von dem Embargo in der Weltpresse zu lesen. Doch es ist eine weitere Katastrophe für Nepal. Manche sagen, eine noch viel Größere, denn jetzt, wo Nepal nicht mehr in den Medien ist, fühlen sich die Nepalesen von der Welt vergessen. Sie sind auf sich allein gestellt, als Opfer im Kampf der Machtnationen. Es ist ein inoffizielles Embargo, daher redet auch keine Presse über die wahren Ursachen. Offiziell verkündet man, es sei eine kleine ethnische Minderheit in Nepal, die an der Ostgrenze zu Indien lebt, die die Grenzen blockieren, als Protest gegen die eigene Regierung, weil sie sich in der neuen Verfassung nicht berücksichtigt fühlen. Diese Verwerfungen sind zwar da, aber wie soll eine kleine ethnische Gruppe einen ganzen Handelsweg lahm legen?? Und damit auch noch das eigene Land in eine Katastrophe stürzen? Nein, eine gefundene Ausrede für Indien unter dem Deckmantel der nepalesischen Proteste, die eigene Macht zu demonstrieren.

Was bedeutet das Embargo für Nepal? Benzinpreise sind unerschwinglich teuer geworden (ca. 5 Euro pro Liter auf dem Schwarzmarkt, für den man den ganzen Tag lang in der Schlange steht) und das in einem Land, indem manche Menschen 100 Euro Monatsgehalt erhalten. Die meisten Restaurants bieten nur noch rohe Speisen an, weil es kein Gas zu kochen gibt. Was dieses Embargo für die armen Familien bedeutet, dürfte klar sein.

Für uns heißt das, wir müssen von Grund auf umdenken. Der Transport von Hilfsgütern in die Dörfer kann unerschwinglich teuer werden. Wir brauchen andere Lösungen, gute Kontakte und Verhandlungsgeschick. Doch das alles soll uns nicht abhalten. Die letzten Tage haben wir viele Freunde getroffen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Eins ist klar, noch ist es tagsüber angenehm warm in Kathmandu, abends und morgens ist es jedoch schon sehr frisch, doch spätestens Mitte Dezember werden die Menschen in den höher gelegenen Regionen mit Minusgraden zu kämpfen haben. All das ohne Gas und dort, wo die Menschen immer noch in ihren notdürftigen Wellblechhütten leben. Wir wollen Decken und Kleidung in die Dörfer bringen. Wie dies zu bewerkstelligen ist, organisieren wir in den nächsten Tagen!

Namaste, Germaid & Björn

Unser Spendenkonto:

Inhaber: Be the change e.V.
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